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Books

DIGITALE PARADIESE – Von der schrecklichen Schönheit der Computerspiele

Zwischen den Jahren hat man ja meist ein wenig Urlaub und auch ein wenig Zeit und Muße ein paar Zeilen in einen Buch zu lesen. So hatte ich es endlich mal geschafft das Buch DIGITALE PARADIESE von Andreas Rosenfelder zu ende zu lesen. Rosenfelder, seit 2010 stellvertretender Ressortleiter des “Welt”-Feuilletons, hatte das Buch 2007 geschrieben. So ist das Buch nicht mehr so ganz aktuell, wenn man es ein wenig übergenau sieht. Lesenswert ist es aber eben trotzdem. Und zwar aus meiner Sicht aus dem Grund, das Rosenfelder kein Gaming-Nerd, aber eben auch keiner der Journalisten ist, die mit erhobenen Zeigefinger ans Werk gehen, wenn es um das Thema Computerspiele geht.
Als Nerd merkt man schon in den ersten Kapiteln das Rosenfelder keine Ahnung von Comuterspielen hat (GTA3 spielt selbstverständlich nicht in Vice City, sondern in Liberty City, aber wer wird denn kleinlich sein, denn es ist schon verwirrend das zwischen GTA3 und GTA4 eben noch zwei Folgen ohne Nummerierung erschienen. Und im Grunde genommen ist es wirklich nicht so wichtig)und ein paar Fakten ein wenig durcheinander bringt. Das macht aber eben nichts, denn er macht ja auch kein Hehl daraus, das er keine Ahnung hat. Und er nimmt deswegen auch nicht gleich angewidert ein Schritt zurück und zieht ahnungslos über Spiele und Spieler her.

Man spürt beim lesen sofort das sich hier mal ein “Ahnungsloser” auf Computerspiele eingelassen hat und darüber wirklich relativ neutral berichtet. Eben als interessierter Aussendender. Was das Buch wirklich für Spieler auch interessant macht, aber vielleicht eher auch für Nichtspieler gemeint ist, die, wie ich befürchte allerdings dieses Buch nicht lesen werden.
Rosenfelder (geb. 1975) ist durch seine Recherche bestimmt nicht zum Computerspieler geworden, aber er hat sich wirklich Mühe gegeben einen wertungsfreien Bericht zu schreiben, was ja bei Computer- und Videospielen leider viel zu selten statt findet.

Auf das Buch gekommen war ich übrigens durch diesen Artikel auf heise.de.

# Broschiert: 192 Seiten
# Verlag: Kiepenheuer & Witsch Verlag (10. März 2008)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3462039555
# ISBN-13: 978-3462039559

EXTRA LIFE – Bekenntnisse eines Computerfreaks

Der Autor ist der Meinung, das viele Spieler nicht nur gerne spielen, sondern eben auch gerne mal etwas über Spiele oder Spieler lesen möchten. Dazu gibt es natürlich genug Literatur online oder eben in dementsprechenden Magazinen, aber es gibt auch ganze Bücher. So wie dieses:

EXTRA LIFE – Coming Of Age In Cyberspace von David S. Bennahum aus dem Jahr 1998.
Bennahum ist selbst Baujahr 1968 und hat für Mags wie das WIRED, SPIN und I.D. (das ich selbst allerdings nicht kenne) geschrieben. Das Buch ist allerdings kein Sachbuch, sondern eine Minibiografie des Autors. Er beginnt mit seiner ersten Begegnung mit PONG als 5jähriger, über seine Jugend mit den ersten Heimcomputern und Computershops im New York der 80ziger. Er geht dann über zu seiner Zeit an der Highschool, die schon Mitte der 80ziger einen Computerraum hatten und weiter zu seiner Zeit an der Uni. Das eben alles sehr unterhaltsam geschrieben, so das man die knapp 300 Seiten wie nichts weg-ließt.
Ich habe das Buch unterdessen zwei Mal gelesen (zu nächst im Original und dann nochmals vor 7 Jahren in Deutsch) und kann mir durchaus vorstellen, das ich es nochmals lesen werde.
Ich bin mir nicht sicher ob dies nur ein Buch für die 40somethings ist, die eben diese Zeit erlebt haben. Vielleicht ist es auch interessant für die Jüngeren, um eben mal ein Feeling nicht nur für alte Videogames beim spielen zu bekommen. Es ist auf jeden Fall gut zu lesen und eines meiner Lieblingsbücher (nach Douglas Coupland’s MICROSERFS).

Extra Life. Bekenntnisse eines Computerfreaks
David S. Bennahum
# Broschiert: 299 Seiten
# Verlag: Deutsche Verlags-Anstalt DVA (1999)
# Sprache: Deutsch
# ISBN-10: 3421053111
# ISBN-13: 978-3421053114

(Über Amazon auch nicht mehr direkt zu bekommen. Aber gebraucht. Oder im Original.)