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AMIGA

30 Jahre Video Pinball (IV) Just a fantasy

Nachdem der Autor das letzte Mal intensiv PINBALL DREAMS gespielt hatte, wendet er sich diesmal dessen Nachfolger PINBALL FANTASIES zu. Das Spiel hatte er in den frühen 90zigern rauf und runter gespielt, bildete sich ein darin richtig gut zu sein, fand dann aber schnell heraus, das man nach 15 Jahren nicht alles verlernt, aber das man vielleicht doch erst einmal wieder üben muss, bevor man damit angibt.

Nachdem PINBALL DREAMS ein relativer Erfolg war, ließ 21 CENTURY ENTERTAINMENT und DIGITAL ILLUSIONS mit einer Fortsetzung nicht lange auf sich warten. Noch im selben Jahr 1992 kam PINBALL FANTASIES auf den Markt.
Als ich jetzt unlängst die Pappbox mal wieder aus dem Regal genommen und entstaubt hatte, viel mir innen drin auch die alte Rechnung von meinem damaligen Lieblingssoftwareshop in Kreuzberg in die Hände. Also ich habe das Spiel im Januar 1993 gekauft und habe dafür 79 DM berappt. (Wenn mir jetzt jemand mit den hohen Preisen bei Spielen kommt, rechne das jetzt mal bitte um und bedenke das der Softwaremarkt Anfang der 90ziger kein Massenmarkt wie heute gewesen ist. Daher waren 79 DM schon ein Angebot gewesen).

PINBALL FANTASIES (1992) Amiga Verpackung und Beipack

Wunderbar sieht man allerdings hier das einen früher für den Preis auch noch so einiges an Hardware geboten wurde, denn man hatte die drei Disketten nicht einfach nur in einer kleinen Plastiktüte in die Hand gedrückt bekommen, so wie es wahrscheinlich heute der Fall gewesen wäre, bzw. nur als Download bekommen, wie es aktuell bei der iPhone-Version so ist, sondern einmal kam das Spiel in einer gestylten Pappbox daher, mit einer ausführlichen Bedienungsanleitung und eben einem Poster (was bei der Erstauflage von PINBALL DREAMS auch der Fall gewesen war).
Das Spiel an sich war im Prinzip nicht mehr als einer Add-on zum Vorgänger mit vier neuen Tischen:

Partyland

Speed Devils

Billion Dollar Gameshow

Stones’n'Bones

Natürlich wurde hier die gleiche Engine benutzt wie in PINBALL DREAMS, allerdings überraschte FANTASIES damit, das es besser war! Als wäre DREAMS nur eine Fingerübung gewesen. Die Spielmechanik war hier natürlich identisch, so das in FANTASIES die gleiche gute Spielbarkeit da war und auch das Gefühl geblieben ist, das man jeder Zeit die Kontrolle über die Kugel hat.
Aber am Design war kräftig gearbeitet worden. Wirkten die Tische bei DREAMS noch ein wenig leer, war der Platz auf den FNATASIES Tischen komplett genutzt worden.

Mein All-time-favourite ist heute noch PARTYLAND von FANTASIES.

PINBALL FANTASIES (1992) Amiga Screenshot

Auch von FANTASIES gab es seiner Zeit ein GB-Modul, das mehr schlecht als recht umgesetzt worden war. Über Ebay hatte ich dann noch ein Modul mit beiden Spielen auf einem erworben und überraschenderweise waren hier alle Tische nochmals überarbeitet worden. Hier war das Spiel dann gut spielbar gewesen. Es gab zwar von beiden Spielen DOS Versionen, aber unter Windows habe ich beide nur via WINUAE. 2002 kam ein Modul für den Gameboy Advanced mit beiden Spielen auf einem als PINBALL CHALLENGE DELUXE raus. Eine gute Umsetzung. Die Grafik war sogar ein wenig aufgehübscht worden. Einziger Fehler des Moduls: Highscores wurden nicht gespeichert.

PINBALL CHALLENGE DELUXE (2002) GBA

DI und 21thCE waren dann mit DREAMS und FANTASIES so erfolgreich, das noch mehr Fortsetzungen folgen mussten. Aber wie so oft, müssen diese deshalb nicht besser sein. Daher schauen wir uns das nächste Mal die Fortsetzungen an.

30 Jahre Video Pinball (III): AMIGA (is not only an eastern german music label)

In der dritten Folge philosophiert der Autor ein wenig über die AMIGA-Zeit. Hatte sie doch immerhin bei ihm fast 7 Jahre angehalten. Ein wenig länger als die C64-Zeit. PCs hatten bisher nie länger als 3 Jahre gehalten, bevor sie schon zum (ur-)alten Eisen gehört hatten. Ich schweife ab…ach…

Auf dem Amiga hatten die schwedischen Entwickler von Digital Illusions (heute EA bzw. DICE bekannt für BATTLEFIELD 1942 mit Sitz in Kanada) mit PINBALL DREAMS 1992 einen Meilenstein und den Hit schlechthin in der „Top-Down-Video-Pinball“- Geschichte geschaffen.
Auch hier sah man wieder von oben auf den Tisch, aber hier ging der Tisch über drei Bildschirme mit butterweichem Scrolling. Man hatte vier Tische auf einmal bekommen und alle Tische glänzten mit außerordentlicher Spielbarkeit. So wie man es von richtigen Tischen her kannte gab es Challenges, Kugelbahnen, Rampen, Multiballs, Ziele treffen um Zwischensequenzen auszulösen und realistisch wirkender Ballphysik. Das ganze war zwar herausfordernd gestaltet worden, aber alle vier Tische waren an keiner Stelle unfair oder gar unübersichtlich gewesen.
In jeglicher Hinsicht bot PINBALL DREAMS auf dem Amiga ein fast echtes Spielgefühl. Man konnte wie an einem echten Spieltisch den Ball mit den Flippern stoppen und ein wenig dribbeln bevor man die Kugel wieder ins Spiel geschossen hatte. Gezielte Schüsse waren möglich.

Der Tisch IGNITION:

Der Tisch STEEL WHEELS:

Der Tisch BEAT BOX:

Und der Tisch NIGHTMARE:

Nach dem Amiga wurde das Spiel auch für Atari ST, PC DOS, Gameboy, Game Gear, GBA und SNES umgesetzt. In jüngster Zeit gab es sogar noch Umsetzungen für PSP und iPhone.
Von DREAMS habe ich noch eine Gameboy Version, die nur die Tische IGNITION, STEEL WHEELS und NIGHTMARE (hier GRAVEYARD genannt) enthält. Das Modul ist von 1994 und natürlich ist das Spiel den Begebenheiten der technischen Möglichkeiten des Gameboys unterworfen. Trotzdem spielen sich die beiden ersten Tische sehr gut und haben schon das Tischdesign des Originals. BEAT BOX ist komplett weggelassen worden. Und NIGHTMARE ist so stark verändert (vereinfacht) das man vielleicht deswegen auch den neuen Namen GRAVEYARD gewählt hat.


(Screenshot von Mobygames.com)

Nächstes Mal sieht sich der Autor in nostalgischen Anwallungen die PINBALL DREAMS Fortsetzung PINBALL FANTASIES an.